Die Invasion der spanischen Schnecken

Es ist jetzt halb 2 morgens und ich liege am Strand und höre den Wellen zu. Die sind heute ziemlich hoch und stark: bandera roja. Eigentlich ist Bade-Verbot, das hat heute Nachmittag allerdings niemanden gestört. Zumindest keine der spanischen Schnecken.

Sternenhimmel & Bier

Olga & Kathi im Pool nahe Marbella
Poolparty in der Nähe von Marbella

Ich hab’s mir hier auf einer Liege von meinem Lieblings-Liegen-Vermiet-Mensch gemütlich gemacht. Er schläft heute in seinem kleinen Häuschen nebenan, muss auf seine Liegen aufpassen, dass sie nicht weggeschwemmt werden. Eben kam ich hier zusammen mit meinem guten Freund Alejandro an, hat er uns doch glatt zwei Bier mit auf den Weg zu den Liegen gegeben. So sind sie, die Spanier: Spendabel & immer gut gelaunt (die gute Laune muss an der Sonne liegen). Mittlerweile hat mich Ale hier verlassen und ich bin allein. Es gibt für mich nichts schöneres, als einfach hier am Strand zu sitzen, alleine. Ich solle nicht am Strand schlafen, ich würde mich erkälten, bla bla 🙂 Ich bin doch als Deutsche Kälte durchaus gewohnt. Und mit Kälte ist hier 26 Grad gemeint. Ja, es ist windig, aber so kalt ist es nun auch wieder nicht 🙂

Spanische Schnecken am Strand

Die spanischen Schnecken waren heute schon hier, als ich am Strand ankam. Mit Sack & Pack kreuzen sie hier auf und holen alles aus ihren Schneckenhäusern heraus: Zelt, Tisch, Stühle, Kühlschrank – einfach alles. Gemeint sind die Spanier. Ja genau, das spanische Volk. Es sieht immer so aus, als würden sie ihr gesamtes Hab und Gut mit an den Strand nehmen und hier aufbauen. Im Kühlschrank (ok, in den unzähligen Kühltruhen) sind 100e Tupper-Dosen versteckt. Nicht zu vergessen die Chips. Die dürfen niemals nie fehlen. Das Zelt steht noch nicht ganz, wird die erste Packung schon verdrückt. Es macht richtig Spaß, ihnen zuzugucken. Vor allem an einem Sonntag ist’s also schwierig, einen Platz zwischen den Zelten zu ergattern. Aber ich hab ja meinen eigenen hamacero (Liegen-Mensch), der mir immer brav eine Liege reserviert. Für morgen Abend haben er und seine Familie ein Privatkonzert mit Gesang & Gitarre für mich und 2-3 Freunde angekündigt. Hier am Strand.

Unsterblich verliebt

Meer Málaga, Spanien
Kathi im Meer mit Freunden

Das bin ich seit gut vier Jahren. Und zwar in Málaga. Genau erklären kann ich das leider nicht, es ist einfach so. Wahrscheinlich ist es das unbeschwerte Leben der Spanier, das mich so anzieht. Sie leben heute und was morgen ist, naja, das wird man dann schon sehen. Im hier und jetzt leben, genau das mache ich auch. Am besten nicht an morgen denken und das Leben genießen, mit allem was dazu gehört. Und ich mache jedes Mal, wenn ich in Málaga bin (und das ist jeden Sommer) große Fortschritte in diese Richtung.

Letztes Jahr noch habe ich mich strikt geweigert, ins Meer zu gehen, aus Angst, ich könnte es nicht mehr raus schaffen, weil die Kraft in den Beinen fehlt. Dieses Jahr haben es meine Freunde doch tatsächlich geschafft: ich war seit gut 4 Jahren endlich wieder mal im Meer. Und es war toll. Nein, großartig. Ich wollte gar nicht mehr raus!

„Kathi, sag Bescheid, wenn du wieder raus willst. So gegen 9 wollten wir dann heim!“ 🙂

Meine Jungs waren für mich da. Einer links, der andere rechts. Und so habe ich den Kampf gegen die Wellen und den einsinkenden Sand geschafft. Check. Ich war irgendwie stolz auf mich. Stolz, weil ich mich getraut habe. Stolz, weil ich so unbeschreiblich tolle Freunde habe. Stolz, weil ich mein Leben trotz der Krankheit genieße.

Auch vor zwei Tagen hab ich mich in den Pool getraut und das obwohl viele fremde Leute auf der Poolparty waren. Meine Freundin Olga, ohne die ich mir Málaga nicht vorstellen kann und will, leistet da immer große Überzeugungsarbeit. Nachdem ich nach 4 Stunden Pool komplett aufgeweicht und schrumpelig war, waren sie und zwei Jungs sofort zur Stelle. Wenn da nämlich nichts zum festhalten ist, fällt mir das Treppen steigen schwer. Es ist toll, so viel Fürsorglichkeit und Hilfsbereitschaft zu erfahren. Ich bin gespannt, wie das in den anderen Ländern so sein wird…

ALS – Ice Bucket Challenge-Krankheit

Zähl nicht die Stunden von Joy Fielding Und Sonnenöl im Sand
Zähl nicht die Stunden von Joy Fielding

Nein, nicht ich, sondern die Protagonistin des Buches, das ich gerade lese, leidet an ALS. ALS ist eine Krankheit, die Nerven & Muskeln betrifft und binnen kürzester Zeit zum Tod führt. Man erstickt. Joy Fieldings Bücher behandeln normalerweise Verbrechen und ich verschlinge ihre Werke. Als mir allerdings bewusst wurde, dass dieses Buch anders ist und eine Krankheit, die mir in gewisser Weise – weil sie die Muskeln betrifft – ähnlich ist, behandelt, hatte ich kurz überlegt, es sein zu lassen. Ich lese es allerdings trotzdem. Momentan will sie’s noch nicht wahr haben und denkt, die Krankheit vergeht wieder…

Jetzt ist es halb drei und langsam wird mir dann doch kalt. Ok, Ale hatte Recht. Muss ich ihm dann wohl morgen gleich mitteilen 😉 Müde bin ich allerdings noch nicht. Vielleicht trink ich noch das ein oder andere Bierchen mit meinem hamacero, der Nachtschicht schiebt 🙂 Ich bin also weiterhin nachts aktiv und schlafe tagsüber am Strand 🙂 Drei Tage noch, dann ist auch Málaga wieder vorbei für dieses Jahr… Puh, da kam grad eine riesen Welle an. Hatte kurz Angst, dass sie mich wegschwemmt.
Off topic.

Der Abschied fällt mir – wie jedes Jahr verdammt schwer – aber auf mich wartet eine große Reise. Eine unglaubliche Erfahrung.

Weil’s kalt wird, war’s das jetzt für heute.
Eure Kathi

PS: Ich mag die spanischen Schnecken sehr gerne.

Post Autor
Kathi

Kathi - immer fröhlich, gut gelaunt und meist mit einem Lächeln auf den Lippen anzutreffen. Verliebt in Spanien, leicht zum Lachen zu bringen, optimistisch und pünktlich...



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