Australien: besser nicht lachen…

Waldstück zwischen Adelaide und Melbourne, Australien. Wie auch schon in Afrika war unser Start in Australien nicht gerade toll. Nein, diesmal hab ich nicht gekotzt, aber ich hätte kotzen können. Mittlerweile – nach gut einer Woche auf dem roten Kontinent – passt alles soweit. Lachen sollte man hier besser trotzdem nicht…

Days travelled: 63
Countries: 5
Distance travelled by car: 18367 km
Beds I slept in: 31 (includes cars & campers)
Number of upgrades: 4
Days I needed my medicine bag: 5

Die ersten Kilometer in Australien
Die ersten Kilometer in Australien

Der Abschied von Cor & Alison aus dem Kruger Inn Backpackers und somit vom Kruger und allen Tieren fiel uns echt alles andere als leicht. Aber der Flug nach Australien war schon gebucht… Und wir wollen darüber jetzt auch nicht mehr sprechen, sonst muss ich weinen. Vor Sehnsucht. Geplant ist auf jeden Fall noch eine 7-tägige Campingtour mit Cor durch den Kruger. Ohne Strom. Am Ende der Weltreise. Oder wenn wir keinen Bock mehr haben zwischendrin. Oder irgendwann…

Was für nen guten Zweck

Katja und Kathi unterstützen WTF
Katja und Kathi unterstützen WTF

Vor unserer Abreise haben wir dann auch noch was gutes getan: wir halfen Alison und ihrer WTF Gruppe (wildlife task force) beim Erstellen von seed bombs. Das sind quasi kleine Erdbällchen, die bei Regen (wenns denn mal regnen sollte) verteilt werden, sodass neues Futter für die Tiere entsteht. Natürlich geschützt – die Tiere werden erst zum neuen Gras gelassen, sobald dieses auch wirklich gut gewachsen ist.

Ich bin so schön, ich bin so toll,…

Relocate Camper
Relocate Camper

Ich bin der Anton aus Perth. Anton gehört schon wieder der Vergangenheit an, nichtsdestotrotz bedarf es seiner Erwähnung. Anton hat uns nämlich die ersten gut 2.500 km in Australien begleitet. Er ist/war ein Hitop Camper – ein riesen Ding im Gegensatz zu unserem derzeitigen Gefährt. Anton war ein relocate-Camper. Super günstig (5$/Tag), allerdings eine Erfahrung, die wir (wahrscheinlich) kein zweites Mal machen wollen. Man mietet sich den Camper und muss ihn innerhalb einiger Tage in eine andere Stadt rückführen. Man ist allerdings nur am rasen. Und eine km-Beschränkung gibts auch. So haben wir eben 2.500 km in 5 Tagen zurückgelegt und sind auf diese Weise relativ schnell von Perth (Westküste) nach Adelaide (mittlere Südküste) gekommen. Die Strecke war wüstig. Alle 200 km mal eine Tanke. Das wars… Achso, an der Tanke gabs ne 1l Cola Flasche für €5 und Eis für €4. Die Preise sind dabei aber echt nicht verwunderlich – hier im outback wächst ja nichts. Alles muss erstmal hergebracht werden. Eben wie in Namibia.

6 Bananen in 1 Minute

Salat mit Knoblauch-Croutons
Salat mit Knoblauch-Croutons

Generell stimmt das Vorurteil: Leben in Australien ist teuer, v.a. Lebensmittel. Deshalb haben wir auch 6 Bananen innerhalb von einer Minute verdrückt. Wir hätten die nämlich abgeben müssen. Sonst noch was?! Da essen wir sie lieber. Wir hätten ja auch fast noch unseren Salat geschnibbelt und gegessen, hätten die Bananen nicht schon so gestopft.

Aber warum das alles? In Australien muss man an jeder Bundesland-Grenze jegliches Obst und Gemüse abgeben. Pestizide und so… Wussten wir nicht. Aber hallo? Ich werf doch nicht 6 Bananen in den Müll, die €3 wert sind?! Friss, oder stirb… 😉

Leben auf 5qm

Küche, Bett, Wohn- und Esszimmer in einem
Küche, Bett, Wohn- und Esszimmer in einem

Unser Camper ist also für die nächsten 5 Wochen noch unser Zuhause. Wir fahren gern mit Wäscheleine über die Küchenzeile gespannt durch die Gegend. Dabei hat man bei 60 km/h schon das Gefühl, man fährt 120 🙂 Wir schleichen also eher dahin… 😉

Auf unserem Roadtrip sind uns dann auch schon ein paar Tiere über den Weg gelaufen: neben 500 toten Kängurus am Straßenrand haben wir mittlerweile schon ganze 5 (!!!) lebendige gesehen. Außerdem große Eidechsen, zwei Delfine und Lamas!! Und Schafe, Kühe… Haben schon die ein oder anderen coolen und super schönen Gegenden entdeckt. Irgendwie sieht’s hier so aus wie ich mir Neuseeland vorgestellt hab: grüne Wiesen mit Schafen 🙂

Ich war's nicht ;)
Ich war’s nicht ;)

Und tolle Ausblicke auf das Meer haben wir auch schon genossen. Die Wege dorthin waren steinig und für Rollifahrer unbezwingbar, leider. Ich kam da jedoch ganz gut hin. Allerdings hab ich mir vorne an der Klippe kurzfristig überlegt, einen erneuten Bungee-Sprung hinzulegen und zack lag ich dort… 😉 Mei, wieder mal debbad angestellt 😉

Südküste Australiens
Südküste Australiens

Apropos debbad anstellen: Anton & Abraham sind relativ hohe Gefährte, in die ich nich ohne Weiteres reinkomme. Ich hab ein paar Tage gebraucht, bis ich mir Taktiken zum Einsteigen überlegt hatte… Jetzt brauch ich nur noch ne Möglichkeit allein in das Bett im Anton zu kommen. Katja gibt mir immer lieb Hilfestellung – aber auch da will/muss ich mir noch was optimales überlegen… Es geht alles, irgendwie… Auch wenn ich doch ab und an – v.a. wenn ich mich an neue Gegebenheiten (Camping) anpassen muss – bissl verzweifelt bin. Aber wie gesagt, alles ist möglich! 🙂

Warum alles blöde?

Kängurus in der Steppenlandschaft
Kängurus in der Steppenlandschaft

Naja, wir sind um 1 morgens gelandet und mussten bis 10 warten, bis wir Anton bekamen. An Geld kamen wir nicht – wieder mal Probleme mit den Kreditkarten (gelöst) und die australische Simkarte funktionierte auch erst nach 2h. Dann hat der Anmietvorgang ewig gedauert, die Leute waren unfreundlich. Und wir waren einfach nur fertig. Fertig mit der Welt. Nachdem wir ca. 100 km außerhalb von Perth einen Parkplatz gefunden, unser Zeug verstaut und das Bett gerichtet hatten, schliefen wir. 12 Stunden. Nein, zuvor ärgerten wir uns noch mit den 1000en von Mücken rum, die im und um den Camper waren. Die Stechmücken und ranzbobbeligen Fliegen sind auch der Grund, warum man in Australien besser nicht lachen sollte. Die fliegen einem nämlich ohne Rücksicht auf Verluste einfach so in den Mund. Und in die Nase. Und in die Ohren. Und ins Auge. Die Viecher sind einfach abartig eklig. Und ich lach lieber nicht, wenn ich dadurch Fliegen im Mund vermeiden kann 🙂

Melancholische Phase

Abendrot im Süden Australiens
Abendrot im Süden Australiens

Es war ja irgendwie klar, es musste mich ja auch irgendwann treffen. Momentan vermiss ich nicht nur die ein oder andere Person ziemlich stark, und womöglich auch meinen (ncm) Allltag, sondern auch – man glaubt’s kaum – meine Herbstklamotten. Auch wenn ich Herbst und Winter eigentlich hasse, ich hätte Bock auf Stiefeletten, eins meiner Strickkleider und Wollstrumpfhosen. Weiß der Geier warum… Vielleicht liegt’s dran, dass ich Abwechslung brauch? Immer dieser Schlabberlook als Traveller – das bin bzw. war doch nicht ich? Naja, jetzt bin ich’s 🙂

Andererseits bin ich auch froh, dass ich nicht – wie ihr Daheimgebliebenen – schon Schnee rumliegen hab 😉 Auch wenns grad bissl frisch ist (ich hock im Anton neben dem Meer), wars die letzten Tage im outback dann doch schon sehr warm. Und es wird noch heißer…

Nette australische (alte) Männer

Toilette in der Wildniss
Toilette in der Wildniss

Irgendwie ziehen wir sie magnetisch an, die alten Australier. So ist’s uns nun schon öfter passiert, dass uns Opis auf unseren Schlafplätzen angelabert haben, lange mit uns gequasselt haben, fuhren und nach 10 Minuten wieder mit einer Dose Cider oder Wodka-Lemon vor uns standen 🙂 Neben Insider-Tipps gab’s also auch schon das ein oder andere Mal nen kostenlosen Schlummertrunk.

Und sonst so?

  • Hier sind sehr sehr viele Camper unterwegs. Jedes zweite Gefährt, das einem entgegenkommt, ist ein LKW oder aber ein Camper.
  • Wir fragten uns mehrere Tage, was wohl diese gelben Kugeln auf den Feldern sind. Bis wir hielten und das Obst einsammeln wollten. Ein vorbeikommender Bauer meinte, wir könnten so viele von diesen Melonen (yuhu!!) mitnehmen, wie wir wollten, die seien allerdings bitter und folglich ungenießbar. Wohl eine Kreuzung aus australischen und südafrikanischen Melonen. Und in dem Moment erinnerte ich mich an die ekelhafte Frucht, die ich in der südafrikanischen Steppe mal vom Straßenrand eingesammelt und probiert hatte…
  • Diese vielen Zeitumstellungen machen mich ganz kirre. Erst Perth (+7h zu Südafrika), zwei Tage später nochmal 2,5h dazu und morgen dann nochmal ne halbe oder so…
  • FUNFACT: hier sind in der Wüste alle paar Kilometer Zebrastreifen. Für die Kängurus? Oder wie? Der Verkehr da ist ja auch so dicht, da braucht’s schon Zebrastreifen… 😉
  • Mittlerweile sind schon diverse Sachen von mir kaputt. Ja, wer mich kennt weiß, dass ich einfach ein Tollpatsch bin: 2 Hosen (1x Loch durch Sturz, 1x Brandloch – keine Ahnung wie ich das angestellt hab), Sonnenbrille verbogen, Flip Flops gerissen. Und das Schlimmste: iPhone Ladekabel defekt. Nach einer Woche Rumärgern hab ich seit gestern eeeendlich ein neues.

So, es ist 21 Uhr, die Parkplatzsuche war wieder erfolgreich (Campingplätze sind unerschwinglich – wir bevorzugen den Straßenrand), heute hab ich beim Dämmerungsspaziergang leider kein Känguru gesehen. Auf unserem Dach hockt mindestens ein Rabe und meint er muss uns was erzählen, Handbremse ist gezogen, Vorhänge zu, Gas aus, Camper abgesperrt. Gute Nacht aus down under!

Sorry für die schlechten Bilder, aber ich hab nur Inet am Handy (kein fancy Wlan im Camper) und kann deshalb nur iPhonr 4S-Bilder hochladen derzeit.

Es grüßt euch

eure Kathi

PS: Es könnte immer alles noch viel schlimmer sein, also immer positiv bleiben & nach vorne schaun 🙂

 

Post Autor
Kathi

Kathi - immer fröhlich, gut gelaunt und meist mit einem Lächeln auf den Lippen anzutreffen. Verliebt in Spanien, leicht zum Lachen zu bringen, optimistisch und pünktlich...



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