Laufende Schnitzel, der leere Tank & die Polizei

Wahnsinn, einfach unglaublich, wie wundervoll und herzlich die Menschen hier sind. Ich sitze gerade im Sand im Hinterland von Namibia, lese mein Buch (ja, immer noch Zähle nicht die Stunden von Joy Fielding – ich komm einfach nicht zum lesen), läuft ein kleiner Junge an mir vorbei, winkt mir und lächelt mich an. Und das passiert hier in Afrika ständig… Ich bin ja auch weiß und deshalb in vielen Regionen etwas besonderes.

Days travelled: 22
Distance travelled by car: 5854 km
Beds I slept in: 14
Number of upgrades: 3
Days I needed my medicine bag: 3

Wüstenlandschaft, Namibia
Steppenlandschaft, Namibia

Wie man merkt, hab ich wohl grad keinen Bock mehr auf lesen, weil mich das Tipp-Fieber überkommt… 🙂 Der erste Abend in Namibia, bald geht die Sonne unter und ich sollte wohl demnächst reingehen, damit mich die Malaria-Mücken nicht erwischen. Brav und gesundheitsbewusst wie wir sind, haben wir natürlich auch schon mit der Einnahme der Prophylaxe-Tabletten begonnen. Ab morgen kommen wir dann ins stark von Malaria betroffene Gebiet.

Südafrika bis Namibia
Route von Kapstadt nach Grunau

Irgendwie ist diese Wüste beruhigend. Seit drei Tagen sehen wir nämlich eigentlich nichts anderes mehr. Nach Kapstadt ging’s in Richtung Norden. Da meinte Tom (unser Navi, für alle neuen Leser) dann plötzlich:

„Fahren Sie 400 km gerade aus.“

Und dann war da auch 400 km lang nichts. Nichts als Wüste. Und ab und zu mal Schafe, Ziegen und Kühe. Und Springböcke. Für mich hat das etwas beruhigendes… Andere würden’s vielleicht als langweilig empfinden. Well, not me 😉

Mit Internet sieht’s seit ein paar Tagen auch nicht so rosig aus, aber das macht nichts. Auch das hat was beruhigendes…

Unbefestigte Straße, keine Bäume, ja das ist eine Wüste

Namaqualand, Namibia
Namaqualand, Namibia

Das Ziel war es, das berühmt berüchtigte Blumenmeer im Namaqualand zu finden. Die sollen wohl um diese Zeit blühen. Also los, auf unbefestigten Straßen. Dazu unser neues Abenteuer-Lied: Wüste, Wüste, Wüste, Wüste, Wüste – unbefestigte Straße, keine Bäume, ja das ist eine Wüsteeeee 🙂 Blumenmeer fanden wir keins (die waren alle schon recht verblüht), dafür wurde unser Tank aber immer leerer. So, und Namibia ist nicht wie Südafrika: hier sind 5 Häuser nämlich schon als Stadt auf der Karte eingezeichnet, Tankstellen gibts allerdings nirgends. Laut Tom hatten wir noch gut 150km bis zur Teerstraße zurück. Machbar. Er führte uns allerdings über Straßen, die entweder mit einem Tor verriegelt oder aber mit unserem Toni nicht befahrbar waren. Neuberechnung der Route. Es wurden immer mehr Kilometer. Ein Zurück gab es nicht mehr. Der Sprit reicht dafür nicht. Also los. Über ein Gebirge mit unbefestigten Straßen. Katja fuhr. Wirklich sehr gut. Mir war allerdings übel. Kotzübel. Ich wurde wohl immer weißer im Gesicht. Dass das Benzin bald ausgehen würde, war mir egal. Ich wollte nur lebendig über dieses Gebirge kommen. Es holperte und holperte. Wenn’s mal gerade dahin ging, waren quere Spurrillen im Boden. Es holperte also immer und überall. Ich suchte einfach weiterhin nach meinen Blumen. Lenkte mich mit meiner Kamera ab. Meine Hände waren allerdings klitschnass. Katja fuhr währenddessen sehr Sprit-sparend. Und dann war sie da: die Teerstraße. Und wir rollten zur Tankstelle… Toni war komplett leer und ich hätte einen Schnaps gebrauchen können. Definitiv.

Laufende Schnitzel

Alte Kalköfen Lodge in Namibia
Alte Kalköfen Lodge in Namibia

Mittlerweile ist ein weiterer Tag vergangen, wir haben viele viele Tiere gesehen und waren am Fish River Canyon – der wohl zweitgrößte Canyon der Welt. Kein Plan, ob das stimmt… Jedenfalls war der ziemlich tief und groß.

Laufende Schnitzel gibts hier irgendwo zwischen Seefeld und Goageb – hier liegen Katja und ich nämlich grad im Auto, neben uns ein Feuer, das unser Wasser für morgen Früh erwärmen soll und über uns die Sterne. Ein unglaublich schöner Sternenhimmel… Hier schlafen wir heut Nacht. Mehr können bzw. wollen wir uns einfach nicht leisten. Ich mein hallo? 55€ pro Nacht? Never ever. Unser Tagesbudget liegt für beide zusammen bei 26€. Manchmal sind wir bissl drunter, manchmal bissl drüber. Aber für das Geld können wir hier zweimal unseren Tank vollmachen und 1000 km zurücklegen 😉 Jetzt also Campingplatz. Der kostet allerdings auch bissl was. Immerhin ist ein Klo und eine Dusche dabei & wir sind die einzigen Gäste 🙂

Vorne beim Haus laufen die Schnitzel rum. Das sind so Vögel. Wir wissen nicht welche, sie sehn allerdings wie leckeres Essen aus, deshalb der Name 🙂

Salat futternde, bauchfreie weiße Mädls in der Wüste

Abendessen auf dem Campingplatz
Abendessen auf dem Campingplatz

Wenn wir grad von Essen sprechen: wir ernähren uns ziemlich ausgewogen. Es gibt täglich Cracker. Dazu mal Käse, mal Frischkäse, mal Avocado. Und meist Weintrauben. Derzeit haben wir sogar Brot im Gepäck. Yummie… Ne, im Ernst. Fast jeden Tag gibts auch Salat. Und Lichiwasser. Unser neues Lieblingsgetränk – neben Cola 😉 Wir trinken ja beide keinen Kaffee, deshalb muss was anders mit Koffein her 🙂

Auch heute gab’s Mittag Salat. Morgens geschnibbelt (in unsere tolle Plastik-Box, die wir uns gleich am zweiten Tag unserer Weltreise gekauft haben), mittags noch Essig und Öl dazu und fertig war das Mittagessen. Mitten in der Wüste. Nur Toni, Katja & Kathi. Und viele Antilopen, Zebras, Gazellen und womöglich unzählige Schlangen. Aber die tun uns ja alle nix. Uns war bissl warm (is ja schließlich Wüste) und bräunen wollten wir uns eh auch – deshalb haben wir bauchfrei unseren Salat mitten in der Wüste gegessen 🙂 Bevor ihr jetz sagt oh Gott, Schlangen etc. – keine Panik, wir haben im Auto gegessen 😉 Die Staubwolken der vorbeirasenden Autos waren uns zu staubig 😉

Duschen wird überbewertet

Rinder in der Wüste Namibias
Rinder in der Steppenlandschaft Namibias

Wüste, nichts als Wüste. Und wo soll da warmes Wasser herkommen? Naja,… Deshalb gabs heut Morgen auch nur Katzenwäsche. Eine Dusche mit eiskaltem Wasser, nein danke. Mir sind schon die Finger nachm Hände waschen erstarrt heut Morgen. Mal sehen, wie das morgen Früh so wird. Duschen wird ja eh überbewertet… 😉

Wir hatten auch vor ein paar Tagen (kein Plan wann – hier passiert täglich so viel, dass nur mein Tagebuch noch einen Durchblick hat) eine witzige Situation: Bei Katja kam aus der Dusche nur heißes Wasser. Bevor sie sich verbrüht, hab ich ihr also Gläser mit kaltem Wasser (Waschbecken) reingereicht. Man muss sich zu helfen wissen 🙂 Bei mir ging’s dann witzigerweise ganz gut 😉

Die Polizei – unser Freund & Retter in der Not

Wüste in Namibia
Wüste in Namibia

Nach einer langen Fahrt (noch in Südafrika) kamen wir im Kaff Kleinsee an, weil wir dort spontan ein super günstiges Airbnb gebucht hatten. Totes Dorf. Nichts und niemand auf den Straßen. Auch keine Straßenschilder. Da bringt keine Adresse was. Naja, ein paar Schilder waren da schon, aber eben nicht unsere Straße. Da waren sie dann: 4 fesche südafrikanische Polizisten. Und sie zeigten uns den Weg. Wir waren super happy. Bis wir unsere Unterkunft sahen: ein Kontainer. Egal – Bett, Dusche & Klo waren da. Und billig.

Seitdem wir hier in der Wüste unterwegs sind, sehen wir viele Mamamorganas (wir gendern!). Überall gibts Wasser. Stehen wir dann davor, merken wir, dass es wohl doch unser Auge war, das uns einen Streich gespielt hat. Gestern Abend haben wir auch zum ersten Mal Schlange und Springbock probiert. Die Konsistenz von Schlange ist gewöhnungsbedürftig – bestellen wir kein zweites Mal. Springbock schmeckt vorzüglich. Yummie.

Ich genieß jetzt noch weiter den Sternenhimmel und schlafe dann. Der Sonnenuntergang heute hier war großartig. Atemberaubend. Der wohl schönste meines Lebens bisher…

In diesem Sinne – campinghafte Grüße aus der Wüste
Eure Kathi

PS: Das Leben ist zu kurz, um nicht einfach mal von einer Brücke zu springen.

Post Autor
Kathi

Kathi - immer fröhlich, gut gelaunt und meist mit einem Lächeln auf den Lippen anzutreffen. Verliebt in Spanien, leicht zum Lachen zu bringen, optimistisch und pünktlich...



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