Die Schnecke und der Tischberg

Gut zwei Wochen sind um. Nun warn wir mal 4 Nächte an einem Ort, Zeit wirds dass‘ weiter geht. Namibia rückt näher und damit wohl offline-Zeit in der Wüste…

Days travelled: 18
Distance travelled by car: 3691 km
Beds I slept in: 11
Number of upgrades: 3
Days I needed my medicine bag: 3

Landschaft in Südafrika
Landschaft in Südafrika

Jetzt labert sie schon wieder von Schnecken, erst die spanischen Schnecken und jetzt? Naja, diesmal geht’s um mich selbst. Katja hat mir mittlerweile den liebevollen Kosenamen Schnecke gegeben. Nein, nicht weil ich langsam laufe. Ich hab das Hirn einer Schnecke. Schnecken sind so doof und laufen um den Salat herum, weil sie ihn nicht finden. Ungefähr so geht’s mir auch, wenn ich im Auto sitze. Laut Katja würd ich den größten Berg der Welt wohl nicht finden. Ich hätte den Orientierungssinn einer Schnecke 🙂 Dabei dachte ich bisher, mein Orientierungssinn wär gar nicht soooo schlecht. Falsch gedacht. Ich hab’s wirklich nicht drauf. Katja macht meist ihr Kopf-Navi an und findet alles blind. Und ich sitz daneben… Hoffentlich mischt sie mir morgen kein Schneckenkorn ins Müsli…

Die Fusselbürste, unser Staubsauger

Zu helfen muss man sich wissen. Unser Auto sah – vor allem auf der Rückbank – seit unserer Tour zusammen mit dem kleinen Mädl und ihrer Mutter aus wie eine Kiesgrube und ein Strand zugleich. Nachdem es hier an keiner Tankstelle einen Staubsauger gibt (Marktlücke?) und eine Innenreinigung 120 Rand (10 Euro) kostet und Carpacker sich sowas nicht leisten wollen/können, musste eine andere Lösung her. Schließlich wiegt der Dreck was und unnötigen Ballast brauchen wir nicht durch die Gegend kutschieren. Katja – das brain von uns – hatte die zündende Idee: eine Fusselrolle. Also ab zu H&M und eine Fusselrolle gekauft. Heute Nachmittag ging’s also ans Werk 🙂 Wäre da nicht Nachbars Hund (mini klein) gewesen, der mich die ganze Zeit anknurrte, wäre das ein richtiger Spaß gewesen.
Ende vom Lied: Wir fahren gefühlt 10 Kilo Kies und Sand weniger durch die Gegend 🙂

Tafel oder Tisch?

Blick auf Kapstadt
Blick auf Kapstadt

So und jetzt bedarf es einer Frage zu klären. Sind wir doof, oder gibt’s zwischen Tafel und Tisch keinen Unterschied? Also flach sind beide Gegenstände, aber sie sind doch unterschiedlich, oder? Weil wieso zur Hölle übersetzt man table mit Tafel? Kann mir das einer erklären? Der berühmte Berg hier in Kapstadt heißt ja Table Mountain, wird aber ins Deutsche mit Tafelberg übersetzt. Am ersten Tag noch dachten wir, es handle sich vielleicht um zwei Berge. Falsch gedacht. Ein und der selbe. Nun ja, da müssen wir natürlich hin. Schließlich ziehen wir hier seit 3 Tagen das übelste Touri-Programm durch (wir sind froh, wenn wir ab morgen wieder Carpacker sein dürfen und von X nach Y fahren können, ohne jede Touri-Atraktion mitnehmen zu müssen). Schnecke Kathi fuhr wie immer in die falsche Richtung, Kopf-Navi Katja führte uns zum Berg, zum Tischberg. Wir fanden eine abartige Menschenmenge vor. Nach 20 Minuten Seilbahn-Schlange entschieden wir uns anders: vom Tischberg aus kann jeder ein Bild machen, vom Tischberg nur die Schnecke und das brain. Wir schossen also ein paar obligatorische Bilder von der Aussicht, die im übrigen von der Höhe der Talstation auch schon ziemlich cool war. Und ab auf den gegenüberliegenden Berg: dort genossen wir die Aussicht auf den Tischberg 🙂 Und zurück ins Airbnb gings dann an der Küste entlang. Erst der azurblaue Südatlantik, dann der dreckige südliche Ozean.

Gewaltige Wellen
Gewaltige Wellen

Im südlichen Ozean liegen derzeit nämlich viele komische, eigentlich undefinierbare Dinger rum. Nicht nur im Wasser, auch am Strand. Kein Plan, was das ist. Auch google news spuckt derzeit keine Seucheninfos und/oder Pflanzensterben-Infos aus. Who knows. Am ersten Tag dacht ich, es wär ein Stock, fasste es an, um was nettes in den Sand zu schreiben, aber das Ding bog sich… seltsam 🙂

Draußen steigt im Übrigen grad wieder irgendwo a Festl, aber wir sind ja brave Mädls und gehen bei Einbruch der Dunkelheit nicht mehr außer Haus hier 🙂 Wir fürchten uns nicht, bekommen aber doch immer wieder gesagt, dass wir aufpassen sollen.

Apropos aufpassen: Endlich haben wir auch rausgefunden, wie man das mit dem Alarm bei unserem kleinen Toni hinbekommt. Und vor allem wie er wieder aus geht. Nur leider hab ich nicht nur einen Orientierungssinn wie eine Schnecke, sondern auch das Hirn. Ich also gestern raus, sperr das Auto auf: Piep, piep, piep. Mist, wie geht der Alarm wieder aus? Voll vergessen, dass der an ist… Völlig panisch… Alle Leute kamen schon aus ihren Häusern (Wohngegend) – super gemacht, Schnecke!

Der pfeifende Avocado-Mann

Baby-Baboon mit sener Mama
Baby-Baboon mit sener Mama

Wenn nicht grade Radlfahrer oder überfüllte Busse und/oder Autos mit Ladefläche auf der Autobahn unterwegs sind, trifft man auch immer wieder mal auf den ein oder anderen Südafrikaner an Ampeln, der Avocado-Säcke oder Tüten mit gefühlt 50 Bananen an den Mann oder die Frau bringen will. Wer zum Geier isst so viele Bananen? Affen?

Auf der Flucht vor Baboons

Baboons, unsere neuen Lieblingstiere. Wir leben nach dem Motto: A baboon a day keeps the doctor away 🙂 Baboons leben hier frei und sind eigentlich überall anzutreffen. Es handelt sich um Affen. Gefährliche Affen. Überall wo sie so rumhängen, stehen auch entsprechende Schilder, dass sie gefährlich sind und von Essen angezogen werden. Leider gibt’s immer wieder Idioten, die sich dann genau dort auf die Wiese hocken und ihr Picknick auspacken. #facepalm

Gefährliche Baboons
Gefährliche Baboons

So trug sich’s auch vorgestern zu. Touri-Programm am Kap der Guten Hoffnung. Nur reihten wir uns nicht in die ewig lange Schlange ein, um ein Bild mit dem Schild machen zu können, sondern machten ein ziemlich cooles Selfie. Sich in die Schlange stellen kann ja jeder… 😉

Und dann trafen wir sie: die Puffotter. Sie lag auf der Straße wie ein Ast. Rückwärtsgang. Sie bewegte sich nicht. Lag da, wunderschön. Und wohl super gefährlich. Unser aktueller Ziehvater (Airbnb-Vermieter) meinte, dass wenn man von ihr gebissen wird, man sich keinen Stress machen braucht. Der gebissene Körperteil stirbt eh ab, da hilft auch kein Arzt. Super. Wir blieben Gott sei Dank im Auto sitzen…

Gefährliche Puffotter
Gefährliche Puffotter

Was uns sonst noch so passiert, ständig:

  • Überall (auch beim Spupermarkt) gibt’s selbsternannte Parkwächter, die ihren hood verteidigen und angeblich auf dein Auto aufpassen. Na gut, geben wir ihnen hald paar Rand…
  • Tankstelllen: Dort passiert immer einiges – wenn sich die Jungs (man muss in Südafrika nicht aussteigen zum Tanken) nicht gerade ausziehen vor deiner Scheibe (Scherz), putzen sie sie. Und die Rückscheibe. Und die Seitenfenster. Und übrhaupt… Den Reifendruck prüfen sie, den Ölstand etc. Und dann freun sie sich sogar über 5 Rand Trinkgeld (das sind ein paar Cent).
  • Wale: Da fährt man nichtsahnend am Meer entlang, sieht man auf einmal einen Wal. Andere doofe Touris (haha) zahlen Unmengen von Moneten für ein Wal-Beobachtungs-Schiff. Selbst schuld… 😉

Ich hab mich übrigens verliebt…

Lieblingspinguin
Lieblingspinguin

Und dann sah ich ihn am Strand. Klein aber zuckersüß. Und ich wusste, ich muss ihn haben. Ihn oder keinen. Ich würde ohne Weiteres in Südafrika bleiben. Das könnte ich mir im Übrigen sowieso relativ gut vorstellen. Aber ich fürchte, das könnte eine einseitige Liebe werden. So ein schönes Wesen hab ich noch nie zuvor gesehen. Je mehr ich mich näherte, desto mehr von seiner Spezies wurden’s. PINGUINE. So so so süße Tierchen. Am liebsten hätt ich mir gleich einen mitgenommen, ging aber nicht 🙁 Ich mein, auf der Rückbank hätten wir schon einen Strand eintrichten können mit all dem Sand und Kies… 😉 Katja war dann so süß und hat mir heimlich einen Pingu-Schlüsselanhänger besorgt. Der baumelt jetzt an meinem Rucksack 🙂 *big in love*

Morgen geht’s weiter in Richtung Norden. Die Malaria Prophylaxe muss auch bald gestartet werden. Ab in die Wüste… 🙂

Kapstadt hat uns im Übrigen nicht so wirklich vom Hocker gehaun. Joa, ganz nett, aber einen zweiten Besuch ist’s nicht wert.

Macht’s gut, meine Lieben!
Keep calm (a lesson from the African bush)

Eure Kathi

PS: Ich träum von einer besseren Welt, in der ein Huhn die Straße überqueren kann, ohne dass seine Gründe angezweifelt werden.
PPS: Meine Haare wachsen und wachsen… es ist toll 🙂

 

Post Autor
Kathi

Kathi - immer fröhlich, gut gelaunt und meist mit einem Lächeln auf den Lippen anzutreffen. Verliebt in Spanien, leicht zum Lachen zu bringen, optimistisch und pünktlich...



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