Dünnes Klopapier & DIE Brücke

Ich hab das Gefühl, dass ich in den letzten 2 Wochen mehr erlebt hab als in den letzten 5 Jahren. Irgendwie… Nicht, dass mein Leben bisher langweilig gewesen wäre, aber ich könnt schon ein Buch füllen mit allen Erlebnissen der letzten Tage 🙂

Days travelled: 14
Distance travelled by car: 3560 km
Beds I slept in: 10
Number of upgrades: 3
Days I needed my medicine bag: 3

Joburg bis Kaapstad
Joburg bis Kaapstad

Wir sind endlich in Kapstadt angekommen. Das waren dann doch schon einige Kilometer und einige großartige & wunderschöne Orte. Und Bekanntschaften…Sitze quasi fast am Meer, naja an einem Ausläufer davon. Haben uns in einem kleinen Airbnb Häuschen eingemietet – meine erste Airbnb Erfahrung. So weit, so gut.

In Jeffreys Bay haben wir uns irgendwie mit einer Hostel-Besitzerin angefreundet und sind einfach mal los mit ihr – zusammen mit ihrer kleinen Tochter. Womöglich hat das zwischen ihr und mir gleich so gut gepasst, weil es da etwas gibt, das uns verbindet: Die Lebensfreude trotz dem Schicksal, das wir beide mit uns herumtragen. Sie ist an MS (Multiple Sklerose – Muskel-& Nerven-Krankheit) erkrankt.

Afrikanisches Klopapier

Flauschiges Fell des kleinen Geparden
Flauschiges Fell des kleinen Geparden

Wir sind also los, haben Affen, Vögel & Löwen angeguckt. Spontan haben wir dann auch noch im Wild Spirit übernachtet – ein Hostel mitten im Wald. Tolle Location!! Aber an dieser Stelle sollte ich vielleicht mal erwähnen, dass das afrikanische Klopapier echt gar nicht geht. So dünn, dass du 10-15 Blätter übereinander legen musst. Und dann ist’s immer noch dünn. Ziemlich blöd… Und das hat mich so aufgeregt, dass ich einfach gesprungen bin…

Ich springe! Ja, ich springe jetzt!

Naja, wenn ich schonmal da bin, dacht ich mir… Da war sie, die höchste Bungee Jumping Brücke der Welt: Bloukrans. Auf meiner Bucketlist stand ein Sprung ganz oben. Ganz sicher, ob das jetzt gesundheitlich für mich ok sein würde, war ich mir allerdings nicht. Also sind wir zu viert zu den Jungs und haben ihnen erstmal Löcher in den Bauch gefragt. Kein Problem – sie meinten, sie würden mich einfach um die Hüfte festmachen, statt an den Beinen, dann sollte das alles kein Problem sein.

Bloukrans, Südafrika
Bloukrans, Südafrika

Und dann stand ich da, auf der höchsten Brücke der Welt: 216 Meter. Um mich rum nur Weite und Tiefe. Anfangs fand ichs noch ganz cool, aber irgendwann stiegen mir die Tränen in die Augen, sodass ich einem von den Sicherheits-Jungs (Robin) um den Hals gefallen bin, weil ich das einfach grad brauchte in dem Moment. Da war dann doch ein kurzer Angst-Anflug da. Nach 10 Sekunden wars dann aber auch schon wieder vorbei. Ich war dran. Sie sicherten mich, schritten mit mir nach vorne.

„Close your eyes, don’t look down, Kathi!“

Ich breitete meine Arme aus…

„3, 2, 1“

Und ließ mich nach vorne fallen. Dann spürte ich nichts mehr, ich war leer. Ich dachte, so fühlt sich wohl der Tod an. Nach 3 Sekunden verspürte ich dann … ja, was verspürte ich eigentlich? Keine Ahnung. Es war einfach nur noch geil. Mega. Aufregend. Großartig. Wahnsinnig geil. Dann hing ich da und schaute mich um. Ich hing in ca. 200 Metern Tiefe in einer Schlucht. Auf der einen Seite der Blick auf den Indischen Ozean, auf der anderen atemberaubende Natur.

Der Rückweg war nicht ganz einfach für mich, weil der Weg recht steil war. Aber Robin begleitete mich, half mir. Wir hatten Zeit… Diese Hilfsbereitschaft der Menschen zu erfahren ist etwas wunderbares. Ohne zu fragen meinte er, er läuft allein mit mir zurück (nicht mit der Gruppe), damit ich alle Zeit der Welt habe.

Ein weiterer Punkt meiner Bucketlist abgehakt.
Und ich werde es wieder tun. Ganz, ganz sicher!
Der 16.09.16 mit 216 Metern geht in meine persönliche Geschichte ein 🙂

Dickes Klopapier im Straußennest

Straußennest in der Nähe von Oudtshoorn
Straußennest in der Nähe von Oudtshoorn

Und dann kam ich plötzlich an einen Ort mit dickem Klopapier. Ich hab’s gefeiert 🙂 Nicht nur wegen des Klopapiers. Von vorne: Wir wollten auf jeden Fall in Oudtshoorn einen Stop einlegen und dort ein wenig auf einer Straußenfarm verweilen. Der Ort ist dafür bekannt. Dass ich eine solche Farm dann aber mit Tränen in den Augen wieder verlassen werde, hätte ich nicht gedacht…

Katja hat online das Straußennest von Carmen & Dario entdeckt. Total ab vom Schuss gelegen machten wir uns auf den Weg dorthin, unangemeldet. Zu unserem Glück hatten die beiden noch ein Bett frei für uns und sprachen auch noch deutsch. Nein, sie waren sogar Deutsche! Ausgewandert vor knapp 21 Jahren. Die beiden haben sich dort ein wunderschönes Nest, ja Straußennest, aufgebaut und leben in Zufriedenheit. Nichts außer Tiergeräusche und Berge um sie rum. Beneidenswert.

Straußen füttern im Straußennest
Straußen füttern im Straußennest

Ich bin mir sicher, dass ich das noch öfter sagen werde, aber an diesem Ort hätte ich mir durchaus vorstellen können, zu bleiben. Da gibt’s zwar das „Arschloch“ (ein Strauß), aber dem kann ich ja aus dem Weg gehen 🙂 Der soll wohl sehr agressiv sein… die anderen Strauße sind jedoch ziemlich cool. Nach einer kleinen Tour & unzähligen Infos zum Strauß auf Darios Buggy (ja, ich hab’s geschafft, da hinten hochzuklettern – mit Hilfe :), durften wir Straußen füttern und sogar deren Eier einsammeln. Das sind eigentlich ganz liebe Tiere. Federn ausreißen würd ich ihnen aber trotzdem nicht 😉

Strauß und selbstgemachte Pommes
Strauß und selbstgemachte Pommes

Straußenfleisch schmeckt übrigens vorzüglich. Straußeneier sind nichts besonderes – schmecken fast wie normale Hühnereier. Nachdem wir spontan eine zweite Nacht geblieben sind, streichelten wir am nächsten Tag einen kleinen Baby-Geparden: 9 Monate alt. Die Möglichkeit bestand in Oudtshoorn. Ein super witziger Karaoke-Abend mit Dario und noch ein paar weiteren deutschen Gästen rundete den Aufenthalt im Straußennest perfekt ab. Beim Abschied hatte ich Tränen in den Augen, weil die beiden zwei so herzliche Menschen sind, die man sofort ins Herz schließt… Carmen & Dario werden mich auf jeden Fall wieder sehen.

Und falls ihr was Gutes tun wollt und für etwas spenden möchtet, wo ich euch zu 100 % versichern kann, dass das Geld ankommt, spendet für das Fußball-Stadion, das Dario vor 5 Jahren dort auf die Beine gestellt hat. Die Jungs im Dorf erfreuen sich sehr daran… die Tage wird eine Flutlichtbeleuchtung installiert – jedes Mal ein bisschen mehr… Tolle Aktion!

Kontoinhaber: Eiserner V.I.R.U.S e.V.

Berliner Volksbank

IBAN: DE22 1009 0000 2000 9780 11

Überweisungsgrund: AF2 und falls vom Kontoinhaber abweichend, der Name bzw. der Fanclubname

Mein großer Bruder schickt mir übrigens regelmäßig gute „Songs of the Happening“ – ihr wisst schon, der unverhoffte Familienzuwachs und so 🙂 So lässt sich’s überall aushalten. Ihr seid gern dazu aufgerufen, mir auch Songs of the Day/the Happening zu schicken/auf Facebook zu posten 🙂

Für alle, die’s interessiert – das ist mein Weltreise-Song:

Macht’s gut, ihr Lieben!
Eure Kathi

PS: An Tagen wie diesen, wünsch ich mir Unendlichkeit… Der Blick aufs Meer & die Berge grad ist unbezahlbar.

PS: Gestern gabs in der Weinregion um Swellendam eine gratis Weinprobe für mich. hmmmmmmm… 🙂

Post Autor
Kathi

Kathi - immer fröhlich, gut gelaunt und meist mit einem Lächeln auf den Lippen anzutreffen. Verliebt in Spanien, leicht zum Lachen zu bringen, optimistisch und pünktlich...



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